Ebenfalls zu den Primärschulden gehören Energieschulden, wie beispielsweise Strom- oder Gasschulden. Gerade die Energieversorger handeln oft schnell und konsequent, wenn Zahlungen ausbleiben, was zu einer Strom- oder Gasabschaltung führen kann. Ohne Strom und Gas sind grundlegende Bedürfnisse des Alltags gefährdet, wie die Beleuchtung, das Kochen oder das Heizen der Wohnung. Insbesondere in den Wintermonaten kann dies für Haushalte gravierende Konsequenzen haben, da ein Leben ohne Energieversorgung in modernen Haushalten praktisch unmöglich ist.
Ein weiteres wichtiges Merkmal von Primärschulden ist, dass sie nicht nur den Schuldner selbst betreffen, sondern auch dessen Familie oder andere Haushaltsangehörige in Mitleidenschaft ziehen können. Wenn etwa der Strom abgestellt wird oder der Mietvertrag gekündigt wird, sind nicht nur der Schuldner, sondern auch Partner, Kinder oder Mitbewohner von den Folgen betroffen. Die Bedrohung, die von Primärschulden ausgeht, betrifft somit häufig den gesamten Haushalt.
Primärschulden haben also eine hohe Dringlichkeit, da sie die Grundbedürfnisse eines Menschen wie Wohnen und Energieversorgung direkt betreffen. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, bei finanziellen Schwierigkeiten zuerst die Primärschulden zu priorisieren und nach Lösungen zu suchen, um eine Eskalation der Situation zu vermeiden. Beratung bei Schuldenberatungsstellen oder Sozialdiensten kann hier helfen, die Situation zu stabilisieren.