„Wenn der Gerichtsvollzieher dreimal klingelt“: Der Daten- und Adressverkauf der Post kann unangenehme Folgen haben! An dieser Stelle berichte ich von Vorfällen, die mir Kunden erzählten oder die ich selbst erlebte …

Der Briefträger ist für viele einfach ein netter Mensch, der bei jedem Wetter (meist) pünktlich die Briefe und Pakete liefert. Ich persönlich habe ein ganz besonderes Verhältnis zu meinem DHL-Zusteller. Er kommt schon seit Jahren täglich bei mir vorbei und füttert meinen Briefkasten zum Teil mit jeder Menge unnötiger Werbung.
…die es meist nicht einmal bis hinter meine Haustüre schafft, da sich meine Altpapiertonne nur etwa 2 Meter neben meinem Briefkasten befindet. Die nervige Werbung war auch der Grund, warum ich ihn einmal angesprochen habe.

In diesem längeren Gespräch habe ich nebenbei einige, mir bis dahin unbekannte Fakten, erfahren. Bei der Schilderung kam mir rasch der Gedanke, dass dies wohl die wenigsten Bürger über ihren „Freund“ – den Postboten – wissen:

Die Post verteilt sehr viel Werbung und darum muss sie genau wissen, wie viel Werbung für jedes einzelne Haus benötigt wird. Das ist auf den ersten Blick ganz sinnvoll, damit keine Werbung am Ende übrig bleibt. Dies spart den werbenden Firmen viel Geld und kommt sogar der Umwelt zugute.

Mein Postbote hat mir in diesem Zusammenhang erzählt, dass er mindestens einmal im Monat einen Bericht machen muss. Er ist verpflichtet jede Änderung zu melden, beispielsweise wenn ein zusätzlicher  Briefkasten angebracht wurde oder an einem Postkasten ein neuer Name steht beziehungsweise jemand Neues eingezogen ist.

Inkasso, Gerichtsvollzieher & Co:

Diese Daten werden von der Post verkauft!

So einfach kann es dann geschehen, dass man vom Postboten „verraten“ wird. Auf diese Weise kann ein kleines Namens-Schild am Briefkasten eine Menge über euch verraten. Tatsache ist, die Post verkauft diese Information an viele Firmen, die damit ihre Adress-Datenbanken täglich abgleichen. Der Post ist es egal, ob die Daten von der SCHUFA einem Inkassodienst oder dem ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice (ehemals GEZ) gekauft werden. Hauptsache sie bekommt Geld.

Und so geschieht  es oft, dass Ihr euch noch nicht offiziell umgemeldet habt, aber trotzdem die Mobiltelefon-Rechnung zur neuen Wohnung kommt. Das mag erfreulich sein. Es ist aber richtig unerfreulich, wenn der Gerichtsvollzieher oder der Inkasso-Dienst plötzlich vor der Tür steht – obwohl Ihr euch dort nicht angemeldet habt.

Der Name auf einem Briefkasten stellt eine gewisse Gefahr dar,  wenn ihr dort nicht wohnt oder keine Meldeadresse habt. Als guten Tipp kann ich empfehlen: Ändert bei allen Firmen, die euch Briefe senden die Adresse folgendermaßen:

An
Max Mustermann
Bei Familie Müller
Hauptstraße 0
12345 Muster Stadt

Auf diese Weise kommt Post für auch an, ohne dass euer Name am Briefkasten stehen muss.